Seit über zehn Jahren ist Thibault Chappe Hochzeitsfotograf in Aix-en-Provence, und die Hälfte seiner Brautpaare kommt aus dem Ausland. Er erzählt, wie diese Kunden ihn finden, was Wettbewerbe und der Master QEP an seiner Arbeit verändert haben und warum er ein Studio für künstlerische Porträts eröffnet hat.
Kurz zusammengefasst:
Laut Thibault Chappe gewinnt ein Hochzeitsfotograf internationale Kunden weniger durch Akquise als durch ein paar grundlegende Entscheidungen:
• Die eigene Region zeigen und das, was du liebst: Die Provence zieht Paare an, aber erst die Art, wie du sie erzählst, entscheidet über die Wahl des Fotografen
• Du selbst sein, auf deiner Website wie im Vorgespräch, um Brautpaare anzuziehen, die zu dir passen
• Anerkennung unter Kollegen anstreben: Ein Titel wie der Master QEP gibt ausländischen Paaren Sicherheit, auch wenn sie von Fotografie nichts verstehen
• Mit dir selbst in Wettbewerb treten: Wer die eigenen Bilder mit den Augen eines Jurors betrachtet, wird besser und kann danach seine Preise erhöhen
Australier, Amerikaner, Schweizer, binationale Paare: Die Hälfte der Brautpaare von Thibault Chappe lebt außerhalb Frankreichs. Trotzdem finden 99 % seiner Hochzeiten höchstens ein bis zwei Stunden von seinem Wohnort entfernt statt, zwischen Aix-en-Provence, dem Luberon und der Côte d'Azur.
In dieser Folge erzählt er Anthony Heukmes, wie er fast zufällig Hochzeitsfotograf wurde, woher seine Kunden wirklich kommen, was Fotowettbewerbe und Titel wert sind und wie er heute Hochzeiten, Studio und sein Engagement im französischen Berufsverband unter einen Hut bringt.
Wer ist Thibault Chappe?
Thibault Chappe (Website auf Französisch) ist Berufsfotograf in Aix-en-Provence in Südfrankreich. Er hat sich auf Hochzeitsreportagen spezialisiert und arbeitet dokumentarisch: Er lässt das Brautpaar seinen Tag erleben, greift so wenig wie möglich ein und hält Details, Blicke und die Verbindungen zwischen den Gästen fest.
- Ein ehemaliger Allrounder: Am Anfang fotografierte er alles, von Hochzeiten über Food bis zu Unternehmen und Orchestern.
- Ein Mitbegründer: Mit Sophie Bourgeix und Etienne Clotis gründete er die Maison de la Photographie d'Aix-en-Provence, ein Haus, in dem jeder Fotograf Experte für genau ein Gebiet ist. Fünf Jahre lang lebte er ausschließlich von Hochzeiten.
- Ein ausgezeichneter Fotograf: Master QEP (Master Qualified European Photographer), erlangt mit einer Serie aus einer Hochzeitsreportage, Mitglied der französischen Nationalmannschaft beim World Photographic Cup und Träger des französischen Titels Portraitiste de France.
- Ein Porträtfotograf: Er hat ein Studio für künstlerische Porträts übernommen, das Studio Chappe, in dem er Schwangerschafts-, Familien- und Porträtfotos macht.
Außerdem ist er Trainer, Referent und war zum Zeitpunkt der Aufnahme Kommunikationsdirektor der FFPMI, des französischen Berufsverbands für Fotografie und Bildberufe (Fédération française de la photographie et des métiers de l'image).
1. Wie wird man Hochzeitsfotograf?
Bei Thibault Chappe war es kein Karriereplan. Freunde bitten ihn, ihre Hochzeit zu fotografieren; zuerst lehnt er ab, weil er Hochzeitsfotografie nicht für etwas „Anspruchsvolles“ hält. Schließlich sagt er zu… und ist völlig überwältigt.
Ein Beruf, in dem du überall und jederzeit gut sein musst
Gerade weil Hochzeitsfotografie schwierig ist, hat sie ihn gepackt. An einem einzigen Tag musst du:
- das ganz Kleine fotografieren, etwa Eheringe und Details;
- die Atmosphäre eines Ortes einfangen und natürliche, spontane Porträts machen;
- erst in der prallen Sonne und dann im Halbdunkel einer Kirche arbeiten;
- die Bewegung der Feier am Abend, den Blitz und die Einstellungen im Griff haben.
„Weil es kompliziert ist, mag ich es. Das ist wie beim Backen: Eine kleine Einstellung kann alles verändern.“
Thibault Chappe
Merke: Hochzeitsfotografie ist eine technisch umfassende Disziplin. Oft merkst du erst, wenn du dich ihr stellst, ob sie zu dir passt, und ihre Komplexität kann eher Ansporn als Hindernis sein.
2. Wie gewinnt man als Hochzeitsfotograf internationale Kunden?
Anders als man denken könnte, reist Thibault kaum: Er wacht sonntags lieber bei seiner Familie auf. Es sind die ausländischen Paare, die zu ihm kommen. Aix-en-Provence liegt eine Stunde vom Luberon entfernt, der bei amerikanischen und britischen Paaren sehr beliebt ist, und eine Stunde von der Côte d'Azur, wo viele Paare aus Osteuropa heiraten.
Unter seinen internationalen Kunden ist oft ein ausgewanderter Franzose mit seinem Partner, die zum Heiraten nach Frankreich zurückkommen, oder ein amerikanisches Paar, das die Provence um der Provence willen wählt. Und weil er seine Region liebt, zeigt er sie: den Lavendel, die orangefarbenen Sonnenuntergänge, das Licht. Diese Bilder sprechen genau die Vorstellungen dieser Paare an.
„Ich glaube, eher haben sie mich ausgewählt, wegen dem, was ich zeigen wollte, als ich sie.“
Thibault Chappe
Die Location ist ein Werkzeug, kein Selbstzweck
Eine schöne Location zieht Kunden an, kann aber auch zur Falle für den Fotografen werden. Thibault sieht viele misslungene Fotos vor wunderschönen Kulissen: Nur weil ein Schloss oder der Eiffelturm im Bild ist, vergisst man, Licht, Bild und Emotion zu gestalten. Er fotografiert übrigens auch ganz schlichte Hochzeiten, „in einer kleinen Hütte“, die er genauso stark findet.
Wenn du internationale Kunden ansprechen willst, sollte deine Website als Fotograf die Region so zeigen, wie du sie erlebst, mit dem Brautpaar im Mittelpunkt der Bilder, statt nur einer Galerie prestigeträchtiger Locations.
Merke: Internationale Kunden gewinnst du nicht unbedingt, indem du reist. Zeig, was deine Region einzigartig macht, aber vergiss nie: Das Motiv sind das Brautpaar und die Verbindungen zwischen den Menschen.
3. Solltest du deinen Brautpaaren deinen Stil aufzwingen?
Thibault versucht nicht, jeder Hochzeit dieselbe visuelle Handschrift aufzudrücken. Eine Braut im Prinzessinnenkleid in einem Schloss fotografiert er anders als eine Braut mit Blumenkranz auf einem Feld. Kontrast, Gegenlicht, warme oder kühle Töne, Schwarzweiß: Diese Entscheidungen hängen von der Atmosphäre des Moments ab, nicht von einem Preset, das auf alles angewendet wird.
Auch Trends hat er den Rücken gekehrt. Eine Zeit lang musste man bestimmte Bilder machen, um auf bestimmten Blogs veröffentlicht zu werden; er sagte sich, dass „Mode aus der Mode kommt“. Eine Hochzeitsreportage erzählt vom Leben einer Familie: Sie muss zeitlos bleiben.
„Es bleiben meine Fotos, aber ich würze sie nicht immer gleich.“
Thibault Chappe
4. Wie ziehst du Brautpaare an, die zu dir passen?
Seine Antwort passt in ein Zitat von Oscar Wilde, das er oft wiederholt: „Sei du selbst, alle anderen sind schon vergeben.“ Auf seiner Website spricht Thibault über seine Frau, seine Tochter, über Musik und Museen. Das Ergebnis: Die Paare, die ihn kontaktieren, teilen oft seine Interessen.
Im Vorgespräch, vor Ort oder per Video, geht es um „alles außer die Hochzeit“: die letzte Doku, eine Ausstellung, ein Konzert. Dort entsteht die Verbindung, und deshalb vertrauen ihm die Paare ihren Tag an, weil er „zu ihnen passt“. Er erinnert sich an eine Hochzeit, auf deren Feier Guns N' Roses und Megadeth liefen: nicht gerade traditionell, aber eine seiner Lieblingshochzeiten.
Er will auch nicht 100 % der Paare buchen, die er trifft: Er möchte Brautpaare, mit denen die Chemie stimmt, denn am großen Tag gibt er alles.
Merke: Je mehr du dich so zeigst, wie du bist, desto mehr ziehst du Kunden an, mit denen dir die Arbeit Freude macht. Du musst sie nicht nach Alter oder Profil in Schubladen stecken: Was sie verbindet, geht tiefer.
5. Woher kommen die Kunden eines Hochzeitsfotografen?
Nach 12 Jahren im Beruf und 300 bis 400 Hochzeiten, mit durchschnittlich rund hundert Gästen pro Hochzeit in der Provence, haben ihn Zehntausende Menschen arbeiten sehen. So kommen seine Kunden zu ihm:
| Kanal | Was Thibault Chappe dazu sagt |
|---|---|
| Empfehlungen und Mundpropaganda | Mindestens die Hälfte seiner Kunden: frühere Brautpaare, Gäste und sogar „die Eltern von Freunden der Eltern“ seiner Brautpaare. |
| Hochzeitsplaner | Ein paar Hochzeiten pro Jahr, von Planern, die ihn arbeiten gesehen haben oder von seinen Auszeichnungen beeindruckt waren. |
| Netzwerk aus Dienstleistern | Hochzeitslocations, Caterer und Friseure, die ihn empfehlen. |
| Lokale Suche | Paare, die einen Fotografen in der Gegend ihrer Hochzeit suchen. |
| Wettbewerbe und Titel | Vor allem ausländische Paare, die die am höchsten ausgezeichneten Fotografen suchen. |
Das Beispiel des Master QEP ist aufschlussreich: Amerikanische Paare gehen auf die Website der Federation of European Photographers (FEP), filtern nach französischen Master QEP und stoßen auf den einzigen, der auf Hochzeiten spezialisiert ist (zum Zeitpunkt der Aufnahme). Sie rufen ihn an und erklären, dass sie von Fotografie nichts verstehen, dieser Titel ihnen aber Sicherheit gibt.
„Nur weil du einen Titel hast, bist du noch nicht gut. Aber wenn die Arbeit dahintersteht, ist das schon ein verdammt guter Türöffner.“
Thibault Chappe
6. Fotowettbewerbe und Titel: Welche lohnen sich?
Thibault unterscheidet zunächst zwei Ansätze. Bei einem Wettbewerb musst du an diesem Tag besser sein als die anderen: „Mir taten die, die neben Usain Bolt laufen, immer sehr leid.“ Ein Titel dagegen bestätigt ein Anspruchsniveau: Es ist ein Wettbewerb mit dir selbst, und den mag er am liebsten.
Die wichtigsten Titel für einen Fotografen in Frankreich
| Titel | Veranstalter | Prinzip |
|---|---|---|
| Meilleur Ouvrier de France (MOF) | Französischer Staat | Staatliche Auszeichnung für die besten Handwerker Frankreichs, mit sehr anspruchsvollen technischen Prüfungen und hohem Prestige |
| Nationale Wettbewerbe und Titel (darunter Portraitiste de France) | FFPMI | Medaillen und Titel, vergeben vom französischen Berufsverband |
| EP (European Photographer) | FEP | 12 Fotos als digitale Dateien, in einer gewählten Kategorie |
| QEP (Qualified European Photographer) | FEP | 12 Fotos als Papierabzüge: Auch die Druckqualität wird bewertet |
| Master QEP | FEP | 20 Bilder einer einzigen Serie, kategorieübergreifend bewertet: die höchste Stufe |
| World Photographic Cup | Verbände der verschiedenen Kontinente | Nationalmannschaften in sechs Kategorien, Rangliste nach Punkten |
| Unabhängige Wettbewerbe (zum Beispiel Fearless) | Verzeichnisse und Unternehmen | Eigene Kriterien, oft stärker auf Risikobereitschaft ausgerichtet |
Er gibt offen zu, dass diese Titel in der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt sind: „Keiner meiner Kunden weiß, was das ist.“ Und die Kriterien unterscheiden sich: Ein Foto, das bei Fearless ausgezeichnet wird, gewinnt nicht unbedingt bei der FEP, und umgekehrt. Die richtige Wahl hängt also von den Werten ab, die du mit dem jeweiligen Wettbewerb teilst. Das hat auch Emilie Zangarelli festgestellt, für die Auszeichnungen zu einem Verkaufsargument bei ihren Kunden geworden sind.
7. Warum an einem Fotowettbewerb teilnehmen?
Jahrelang hielt Thibault Wettbewerbe für sinnlos. Das änderte sich 2015, als Sophie Bourgeix ihn dazu brachte, am World Photographic Cup teilzunehmen. Als er seinen Computer aufklappte, betrachtete er seine Bilder mit den Augen eines Jurors und nicht mehr mit denen seiner Kunden: ein vergessener Beschnitt, ein schlecht gewähltes Objektiv, eine schlampige Bearbeitung.
„Der Anspruch eines internationalen Jurors liegt nicht zwischen meinem und dem meiner Kunden: Er liegt darüber.“
Thibault Chappe
Ein positiver Kreislauf, bis hin zu den Preisen
Dieses Niveau anzustreben, zwang ihn, jedes Bild bewusster zu komponieren. Er beschreibt die Kette so: bessere Arbeit, bessere Fotos, besseres Erlebnis, Kunden, die besser zu ihm passen und mehr ausgeben, wodurch er seine Preise erhöhen konnte. Um zu sehen, wo du stehst, hilft dir ein Preisrechner für Fotografen zu prüfen, ob deine Preise dem Wert deiner Arbeit entsprechen.
Deine Bilder zeigen, auch wenn du zweifelst
Du musst nicht zehn Jahre Erfahrung abwarten: Manche Einsteiger haben einen Blick, den andere nie haben werden. Sein Rat: Lass deine Fotos von anderen Fotografen kritisieren, ohne die Geschichte hinter dem Bild zu erzählen („Wenn ich meiner Frau ein unscharfes Foto meiner Tochter zeige, sagt sie mir, dass es ein schönes Foto ist, weil es ihre Tochter ist“). Er hat auch einen Satz im Kopf, der Leonardo da Vinci zugeschrieben wird: Details machen die Perfektion, und Perfektion ist kein Detail.
Gleichzeitig bewahrt er sein Selbstvertrauen: Ein Foto, das Kollegen nur „so lala“ fanden, gewann einen Borvo in Rubin bei einer internationalen Porträtausstellung. Wie der Physiker Etienne Klein sagt, den er zitiert: Nichts zu finden ist schon eine Entdeckung. Nichts zu gewinnen ist schon ein Fortschritt.
Merke: Bei einem Wettbewerb geht es nicht darum, andere zu schlagen, sondern deinen eigenen Anspruch zu steigern. Ob du gewinnst oder nicht: Jede Teilnahme zwingt dich zu verstehen, was deinen Bildern fehlt.
8. Warum als Hochzeitsfotograf ein Studio eröffnen?
Die Spezialisierung auf Hochzeiten hatte ihn gezwungen, auf Schwangerschaftsfotos zu verzichten, ein Thema, das er liebt: „Wählen heißt verzichten.“ Mehrere Ereignisse führten ihn zurück zum Porträt: die Geburt seiner Tochter 2013 und dann der Tod seiner Mutter 2017. Ihm wurde bewusst, wie wichtig das ist, was er das fotografische Erbe von Familien nennt.
Im Studio erzählt er nicht mehr, was passiert, er baut das Bild auf: Das Licht wird zum Werkzeug, um den Menschen sichtbar zu machen. Er empfängt werdende Mütter, Familien und Kinder, aber auch ernstere Momente: eine 83-jährige Großmutter, die das Porträt machen lassen wollte, das sie ihren Enkeln hinterlassen möchte, oder eine Person in Krebsbehandlung, die diese Zeit mit Stolz festhalten wollte.
„Ich habe meine Mama verloren, und was mir heute fehlt, ist nicht ihre äußere Hülle, sondern wer sie war.“
Thibault Chappe
Das Studio ist die natürliche Verlängerung seiner Hochzeitsarbeit: Die meisten seiner Bräute kommen wieder, wenn sie schwanger sind, und manche Kunden reisen quer durch Frankreich für ein Schwangerschaftsshooting bei ihm an.
9. Wie lassen sich Hochzeiten und Studio vereinbaren?
Hochzeiten sind nicht mehr ganz so saisonabhängig (seine erste Hochzeit des Jahres fand am 18. Januar statt), aber der Großteil konzentriert sich weiterhin auf die warmen Monate. Das Studio füllt also vor allem die Zeit, die er früher Vorträgen und kreativen Projekten gewidmet hat. Damit beides funktioniert, hat er seine Organisation umgestellt:
- Pufferzonen: Im August, vor dem Geburtenhoch im September, nimmt er unter der Woche weniger Hochzeiten an, um Platz für Schwangerschaftsshootings zu lassen.
- Realistische Lieferzeiten: Er nennt seinen Brautpaaren heute eine längere Lieferzeit als ihren Freunden im Vorjahr.
- Ein optimierter Workflow: schnellere Ausrüstung, neu organisierte Bearbeitung, ohne Abstriche bei der Qualität.
- Time Blocking: feste Zeitfenster für jede Aufgabe, und in dieser Zeit nichts anderes.
- Automatisierung: Seine Kunden buchen ihren Termin online, statt wie früher fünf E-Mails zu schreiben, um einen Termin zu finden.
2020, als keine persönlichen Termine möglich waren, übergab er seine Reportagen auch per Videocall mit einer geteilten Diashow, was er stressiger fand, als die Reaktionen seiner Brautpaare direkt vor sich zu sehen. Genau das ist der Vorteil einer Bildpräsentation vor Ort, wenn sie möglich ist.
„Die ganze Zeit, die wir nicht mit nervigem Kram verbringen, verbringen wir mit coolen Sachen.“
Thibault Chappe
10. Warum einem Fotografenverband beitreten?
Thibault engagierte sich in der FFPMI nicht, weil er sie perfekt fand, sondern weil er sie für notwendig hielt und sie verbessern wollte. Zunächst Präsident der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur (PACA), wurde er später Kommunikationsdirektor des Verbands.
Er betont, dass die FFPMI kein Verein für Hobbyfotografen ist: Sie ist die repräsentative Berufsorganisation der Fotografen gegenüber den Behörden in Frankreich. Die Gesundheitskrise 2020 hat das gezeigt: Der Verband hat ein Hygieneprotokoll erarbeitet und bei der Regierung die Schwierigkeiten der Fotografen, insbesondere der Hochzeitsfotografen, anerkennen lassen, damit sie Zugang zu Hilfen bekommen.
Er fasst seine Arbeit in drei Säulen zusammen:
- Zusammenbringen: ein nationales Netzwerk und regionale Gruppen, in denen sich Fotografen gegenseitig helfen.
- Verteidigen: den Berufsstand vertreten, gegen unlauteren Wettbewerb vorgehen und Kämpfe führen, etwa beim Thema Passfotos.
- Fördern: das Können der Fotografen sichtbar machen, durch Titel, Wettbewerbe und Pressearbeit.
Damals kostete die Mitgliedschaft rund 195 Euro im Jahr, „etwa zwanzig Euro im Monat“ für eine Organisation, die deinen Beruf verteidigt. Und er ruft junge Fotografen dazu auf, ihre Vision vom Beruf von morgen einzubringen.
Fehler, die du als Hochzeitsfotograf vermeiden solltest
Aus der Erfahrung von Thibault Chappe:
✗ Sich auf eine schöne Location verlassen, um schöne Fotos zu machen, und dabei Licht, Komposition und Emotion vergessen.
✗ Aktuellen Trends folgen, statt zeitlose Bilder zu schaffen.
✗ Alle Hochzeiten gleich bearbeiten, egal welche Atmosphäre sie haben.
✗ Die eigene Persönlichkeit verstecken, auf der Website und im Vorgespräch, um allen zu gefallen.
✗ Die eigenen Fotos mit den Augen des Kunden bewerten, die weniger streng sind als die eines Jurors.
✗ Familie und Freunde um ihre Meinung bitten statt andere Fotografen.
✗ Den Kalender ohne Spielraum füllen und treue Kunden opfern, die für weitere Shootings wiederkommen.
FAQ: Hochzeitsfotograf und internationale Kunden
Wie finde ich als Hochzeitsfotograf internationale Kunden?
Ausländische Paare wählen zuerst eine Region und dann einen Fotografen in dieser Gegend. Zeig, was deine Region einzigartig macht, sorge dafür, dass du in der lokalen Suche sichtbar bist, pflege die Mundpropaganda und setze auf anerkannte Auszeichnungen. So kommen zu Thibault Chappe amerikanische Paare, die ihn über seinen Titel als Master QEP gefunden haben.
Was ist der Master QEP in der Fotografie?
Das ist der höchste Titel, den die Federation of European Photographers (FEP) vergibt. Nach dem EP (12 digitale Dateien) und dem QEP (12 Papierabzüge) verlangt der Master QEP 20 Bilder einer einzigen Serie, die von einer internationalen Jury kategorieübergreifend bewertet werden.
Bringen Fotowettbewerbe neue Kunden?
Ja, vor allem bei internationalen oder anspruchsvollen Kunden, die einen Qualitätsnachweis suchen. Laut Thibault Chappe liegt ihr Hauptnutzen aber woanders: Wer die eigenen Bilder mit den Augen eines Jurors betrachtet, wird besser, und diese bessere Arbeit zieht Kunden an, die bereit sind, mehr zu bezahlen.
Wie findet ein Hochzeitsfotograf Kunden?
Bei Thibault Chappe kommt mindestens die Hälfte der Kunden über Empfehlungen: frühere Brautpaare, Gäste, Dienstleister. Danach folgen die lokale Suche, Hochzeitsplaner und Wettbewerbe. Jede Hochzeit mit rund hundert Gästen ist ein Schaufenster.
Braucht ein Hochzeitsfotograf einen eigenen Stil?
Er braucht einen erkennbaren Blick, aber nicht unbedingt überall dieselbe Bearbeitung. Thibault Chappe passt Kontrast, Farben und Licht an die Atmosphäre jeder Hochzeit an und setzt lieber auf zeitlose Bilder als auf Trends.
Kann man gleichzeitig Hochzeitsfotograf und Studiofotograf sein?
Ja, und beides ergänzt sich: Brautpaare kommen oft für ein Schwangerschafts- oder Familienshooting wieder. Du musst deinen Kalender allerdings mit Pufferzonen planen, deinen Bearbeitungs-Workflow optimieren und realistische Lieferzeiten nennen.
Was macht ein Berufsverband für Fotografen wie die FFPMI?
Die FFPMI (Fédération française de la photographie et des métiers de l'image) ist der französische Berufsverband für Fotografen: Sie vertritt den Berufsstand gegenüber den Behörden, organisiert Wettbewerbe und Titel wie Portraitiste de France und betreut regionale Gruppen, in denen sich Fotografen gegenseitig helfen. Während der Gesundheitskrise setzte sie sich dafür ein, dass Fotografen Zugang zu staatlichen Hilfen bekamen.
Die Arbeit von Thibault Chappe entdecken
Seine Hochzeitsreportagen aus der Provence und anderen Regionen findest du auf seiner Website (auf Französisch): thibaultchappe.fr. Seine künstlerischen Porträts, Schwangerschafts- und Familienfotos zeigt er auf der Website seines Studios: studiochappe.fr. Du bist selbst Hochzeitsfotograf? Entdecke, wie Fotostudio dir hilft, deine Brautpaare von der Angebotsanfrage bis zur Auslieferung zu betreuen.
Dieser Artikel basiert auf Folge #012 des Fotostudio-Podcasts (auf Französisch), aufgenommen Ende 2020. Die Zitate von Thibault Chappe wurden aus dem Französischen übersetzt. Die Tipps sind nach wie vor aktuell; die erwähnten Funktionen und Preise beziehen sich auf diese Zeit.
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