Sylvain Gardères und Damien Dohmen fotografieren Hochzeiten seit 2013 zu zweit. Die beiden aus Pau erzählen, warum zwei Hochzeitsfotografen nicht dieselbe Arbeit machen wie ein Fotograf allein: zwei Blickwinkel, weniger Stress, geteilte Verwaltung und Preise, die genau darauf abgestimmt sind.

Kurz zusammengefasst:

Für Gardères & Dohmen verändert die Arbeit als Hochzeitsfotografen im Duo alles:

• Zwei Blicke auf denselben Tag: Einer begleitet den Bräutigam, der andere die Braut, danach gibt es zwei Perspektiven auf jeden wichtigen Moment

• Eine einheitliche Reportage: gleiche Kameras, gleiche Objektive, gleiche Bearbeitung, so sehr, dass sie selbst nicht mehr wissen, wer welches Foto gemacht hat

• Viel weniger Stress: Wenn einer sich den Rücken verrenkt, ist der andere da; E-Mails und Verwaltung werden geteilt

• Ein fairer Preis, kein doppelter Preis: ab 2.500 Euro, berechnet nach dem Einkommen, das sie brauchen, für 12 bis 15 Hochzeiten pro Jahr

• Reportage auch für Familien: den Alltag fotografieren statt Posen, ein Ansatz, den sie mit dem französischen Kollektiv Joyeux Bazar vertreten

Duos aus Fotograf und Videograf sieht man auf Hochzeiten oft. Duos aus zwei Hochzeitsfotografen dagegen viel seltener. Sylvain Gardères und Damien Dohmen haben daraus ihre Marke gemacht: Man kennt sie als „Gardères & Dohmen“, und sie beschreiben sich selbst als Paar, nicht im Privatleben, aber bei der Arbeit.

Im Gespräch mit Eloa Landais, Fotografin und Verantwortliche für die Schulungen bei Fotostudio, erzählen sie, wie sie sich kennengelernt haben, was die Arbeit zu zweit am Hochzeitstag und in der Unternehmensführung bringt, wie sie ihre Preise festlegen und den Umsatz aufteilen und warum sie die Familienreportage bekannter machen wollen. Eine hilfreiche Folge für alle Hochzeitsfotografen, die überlegen, sich zusammenzuschließen oder einen zweiten Fotografen mitzunehmen.

Wer sind Sylvain Gardères und Damien Dohmen?

Sylvain Gardères und Damien Dohmen sind ein Duo aus Hochzeits- und Familienfotografen mit Sitz in Pau, im Béarn im Südwesten Frankreichs. Zum Zeitpunkt der Aufnahme, Anfang 2021, arbeiten sie seit acht Jahren zusammen und teilen ihre Tätigkeit zu gleichen Teilen auf: Hochzeiten auf der einen Seite, Business- und Familienfotografie auf der anderen.

  • Sylvain hat eine Filmschule mit Schwerpunkt Bildgestaltung besucht und sich 2004 als Fotograf und Videograf selbstständig gemacht, zunächst für Kommunen (Rathäuser, Tourismusbüros). Seit 2008 fotografiert er Hochzeiten, bis 2013 allein.
  • Damien war sechs Jahre lang Personalleiter. Er hat als Hobby mit der Fotografie angefangen, um „den Kopf von der Arbeit freizubekommen“, hat Bücher über Technik und Bildkomposition verschlungen und sich nach einem Burnout beruflich neu orientiert.
  • Ihr Kennenlernen: 2013 schreibt Damien alle Hochzeitsfotografen der Region wegen eines Praktikums an. Sylvain, der unter der Woche keinen Praktikanten bei sich haben wollte, bietet ihm die Samstage im Sommer an, in der Hoffnung, ihn damit abzuschrecken. Damien sagt sofort zu. Am Ende der Saison tun sie sich zusammen.

Laut ihrer heutigen Website, garderes-dohmen.com, machen sie Hochzeitsreportagen, Familienshootings und Fotos für Unternehmen, Handwerker und Kommunen, in Pau, in der Vallée d'Ossau und überall in Frankreich und Europa. Sie verstehen sich als Reporter (spontane, natürliche Fotos aus dem Moment heraus), geben Schulungen und Vorträge und sind seit 2015 Botschafter der Marke Sigma.

1. Warum eine Hochzeit zu zweit fotografieren?

Die Idee entsteht 2013 bei einem Workshop mit einer mexikanischen Hochzeitsfotografin. Ihre erste Frage an die Teilnehmenden: Wer arbeitet zu zweit oder im Team? Sylvain und Damien heben zaghaft die Hand. Sie erklärt ihnen, dass das in Mexiko die Regel ist: Sie selbst fotografiert ihre Hochzeiten mit ihrer Schwester und ihrem Mann. In Frankreich sind Duos aus zwei Fotografen selten, aber Gardères & Dohmen fahren bei 95 % ihrer Hochzeiten gemeinsam los. Die Ausnahmen: Hochzeiten von Freunden oder ganz kleine standesamtliche Trauungen.

Zwei Perspektiven, zwei Menschen, die da sind

Der sichtbarste Vorteil für das Brautpaar: Wenn die Vorbereitungen gleichzeitig stattfinden, begleitet einer den Bräutigam, der andere die Braut. Danach wird jeder wichtige Moment aus zwei Blickwinkeln festgehalten. Sie betonen auch einen weniger offensichtlichen Vorteil: Es sind zwei Menschen vor Ort, die dem Brautpaar auch auf andere Weise helfen können als mit der Kamera. Und zwei Kreativitäten, die sich gegenseitig ergänzen.

„Wenn wir die Best-ofs zusammenstellen, wissen wir meistens nicht, wer was gemacht hat.“

Damien Dohmen

Eine Reportage aus einem Guss

Zwei Fotografen, sieht man da zwei Stile im Album? Bei ihnen nicht. Sie haben dieselbe Vorstellung davon, wie man arbeitet, nutzen dieselben Kameras und dieselben Objektive (von derselben Marke und aus derselben Serie) und bearbeiten gleich. Die Reportage wirkt so einheitlich, dass sie manchmal in die EXIF-Daten schauen müssen, um zu wissen, wer ausgelöst hat. Auf ihrer Website zeigen sie übrigens Fotos, die gleichzeitig aus zwei Blickwinkeln entstanden sind, um ganz konkret zu zeigen, was zwei Fotografen bringen. Genau das erwartet ein Paar, das einen Hochzeitsfotografen sucht: eine vollständige Geschichte, ohne Lücken.

Zum Mitnehmen: Zwei Hochzeitsfotografen verkaufen nicht „doppelt so viele Fotos“, sondern einen Tag ohne tote Winkel, erzählt von zwei Menschen, die dem Brautpaar auch sonst behilflich sein können.

2. Weniger Stress für Hochzeitsfotografen im Duo?

Ja, und das ist wahrscheinlich der Punkt, der in dieser Folge am häufigsten zur Sprache kommt. Sylvain gibt zu: Als er allein arbeitete, war er jeden Samstagmorgen erleichtert, wenn man ihm sagte, dass eine Hochzeit abgesagt war. Heute fährt er „total aufgeregt“ zu einer Hochzeit.

„Als ich allein gearbeitet habe, war ich jeden Morgen vor einer Hochzeit froh, wenn man mir sagte, dass sie abgesagt ist. Heute habe ich diesen Stress überhaupt nicht mehr.“

Sylvain Gardères

Eloa hat dieselbe Erfahrung gemacht: Sie hat von 2006 bis 2013 Hochzeiten fotografiert, bevor sie aufgehört hat. Zwölf bis vierzehn Stunden in ständiger Alarmbereitschaft, die Angst, den Ringtausch zu verpassen, Träume, in denen sie durch die Kirche rannte und nie rechtzeitig ankam. Die wenigen Male, als eine Praktikantin dabei war, fühlte sie sich viel entspannter. Damien wiederum kam zu Beginn gerade aus einem Burnout: Menschenmengen machten ihm Angst, und dank Sylvain fand er seinen Platz, ein 70-200 in der Hand.

Ein Sicherheitsnetz für das Brautpaar

In einem Jahr verrenkt sich Damien drei Tage vor der letzten Hochzeit der Saison den Rücken. Sylvain fährt allein hin, das Brautpaar ist abgesichert. Ein Solo-Fotograf kann nicht auf so einen Ersatz zählen. Brautpaare verstehen das gut: Die Wahrscheinlichkeit, dass sich beide Fotografen am selben Tag ein Bein brechen, ist gering.

Auch der Verwaltungsstress wird geteilt

Die Arbeit zu zweit entlastet nicht nur am Hochzeitstag. E-Mails, Termine, Verantwortung: Alles wird aufgeteilt. Wenn einer vergisst, einem Kunden zu antworten, hakt nicht der Kunde nach, sondern der Partner. Damit das funktioniert, halten sie sich an eine einfache Regel, die für jedes Paar gilt: miteinander reden und sich die Dinge sagen.

Zum Mitnehmen: Das Duo schützt den Fotografen genauso wie das Brautpaar. Weniger Druck am Hochzeitstag, eine Lösung, wenn etwas dazwischenkommt, und halb so viel Verwaltungsarbeit.

3. Was kosten zwei Hochzeitsfotografen?

Diese Frage hören sie ständig: „Ich nehme allein 2.000 Euro. Warum nehmt ihr zu zweit nicht 4.000?“ Ihre Antwort: Weil es nicht dieselbe Arbeit ist. Zu zweit ist es entspannter; die Nachbearbeitung halbiert sich nicht, aber jeder hat weniger Bilder zu bearbeiten, da beide Reportagen zusammengeführt werden; die Verwaltung wird aufgeteilt.

Vom benötigten Einkommen ausgehen

Um ihre Preise festzulegen, sind sie davon ausgegangen, was jeder im Jahr verdienen wollte, und haben ihre Preise entsprechend angesetzt. Sie leben im Béarn, wo das Leben günstiger ist als in Biarritz, und brauchen keine „5.000 Euro im Monat“ zum Leben. Das Ergebnis, Anfang 2021: ab 2.500 Euro für eine Begleitung von den Vorbereitungen bis zum Sektempfang, mit einer einfachen Online-Galerie. Damit sind sie bei Weitem nicht die günstigsten Fotografen, aber auch nicht doppelt so teuer wie ein Fotograf allein. Wenn du dieselbe Rechnung mit deinen eigenen Zahlen machen willst: Der Preisrechner für Fotografen geht genau von deinen Kosten und deinem Wunscheinkommen aus.

12 bis 15 Hochzeiten pro Jahr, nicht mehr

Sie hatten schon eine Saison mit 19 oder 20 Hochzeiten. Zu viel. Ihr Ziel liegt inzwischen bei 12 bis 15 Hochzeiten pro Jahr: genug für den Umsatz, ohne dass die Qualität der Kundenbeziehung leidet. Am schwierigsten ist es, Hochzeiten aneinanderzureihen: acht Hochzeiten hintereinander, selbst in einer Saison mit zwölf, sind nicht durchzuhalten. Zumal sie viel unterwegs sind, in Frankreich und Europa, manchmal von Freitagmittag bis Sonntagmittag.

Zum Mitnehmen: Ein Duo verdoppelt seinen Preis nicht, es berechnet ihn. Geh von dem Einkommen aus, das jeder von euch braucht, von der Zahl der Hochzeiten, die ihr wirklich machen wollt, und von eurem lokalen Markt.

4. Wie organisiert man sich zu zweit: Rechtsform, Umsatz, Ausrüstung?

Überraschung: Gardères & Dohmen haben keine gemeinsame Firma. Sie teilen sich den Namen und die Websites, aber jeder ist als Kleinunternehmer selbstständig (in Frankreich als „auto-entrepreneur“). Nach Gesprächen mit Steuerberatern kamen sie zu dem Schluss, dass eine gemeinsame Gesellschaft sie mehr kosten würde und sie mehr arbeiten müssten, um dasselbe zu verdienen. Diese Wahl passt für sie in ihrer Region; sie hängt natürlich von der Situation jedes Einzelnen ab.

Eine Tabelle, um den Umsatz auszugleichen

Konkret kassiert der eine eine Hochzeit, der andere die nächste. Sie führen eine Tabelle und streben am Jahresende denselben Umsatz an. Kommt ein neuer Businesskunde dazu, wird er demjenigen zugeteilt, der gerade im Rückstand ist. Das setzt eine sorgfältige Rechnungsstellung voraus und einen klaren Überblick darüber, wer was eingenommen hat.

„Ich finde, wir sind ein Paar in dem Sinne, dass es genauso funktioniert wie bei einem Paar. Wenn man miteinander redet und sich die Dinge sagt, klappt es.“

Damien Dohmen

Die Ausrüstung: einheitlich, aber nicht unbedingt gemeinsam

Jeder hat seine eigenen Kameras (zwei bei Damien, eine plus eine Reserve bei Sylvain) und seinen eigenen Computer, der eine arbeitet am PC, der andere am Mac. Anfangs fotografierte einer mit Canon, der andere mit Nikon: Sie haben vereinheitlicht, ohne besondere Vorliebe für eine Marke, einfach damit das Ergebnis einheitlich aussieht. Die Objektive werden ihnen von Sigma geliehen, deren Botschafter sie sind. Wie es dazu kam? Sie haben bemerkt, dass sie nur mit Sigma-Objektiven arbeiteten, haben der Marke einen Blogartikel vorgeschlagen und wurden dann eingeladen, einen Vortrag auf dem Salon de la Photo in Paris zu halten. Ihr Motto: „Das Nein hast du schon in der Tasche“, also kannst du die E-Mail auch einfach schicken.

Auch im Businessbereich ein Vorteil

Ihre Businesskunden kommen zu 95 % über Mundpropaganda, über Hochzeiten oder über ihr früheres Netzwerk. Unter anderem haben sie große internationale Medizinkongresse fotografiert, bei denen zwei Fotografen einen echten Unterschied machen. Und wenn einer für einen Kunden nicht verfügbar ist, kann der andere einspringen.

Zum Mitnehmen: Sich zusammenzutun heißt nicht unbedingt, eine Firma zu gründen. Ein gemeinsamer Name, klare Regeln und ein Überblick über den Umsatz jedes Einzelnen können reichen.

5. Second Shooter oder Assistent: Was ist der Unterschied?

Jedes Jahr fotografieren Sylvain und Damien jeweils mindestens eine Hochzeit als Second Shooter für einen anderen Fotografen. 2020 waren es bei Sylvain drei; alle ihre eigenen Hochzeiten waren auf 2021 verschoben worden. Jemand anderen zu begleiten, ist nach wie vor sehr lehrreich.

Sie unterscheiden die beiden Rollen klar:

  • Der Second Shooter kommt oft aus eigener Initiative, um zu sehen, wie ein anderer Fotograf arbeitet, oder um zu üben. Er wird nicht unbedingt bezahlt.
  • Der Assistent wird vom Hauptfotografen angefragt, auch wenn man ihn manchmal „Second Shooter“ nennt. Grundsätzlich wird er bezahlt.

Und die Fotos? Das ist eine Absprache zwischen Fotografen: Entweder gibt der zweite Fotograf seine Auswahl direkt an das Brautpaar, oder er übergibt sie dem Hauptfotografen, der sie in seine Galerie aufnimmt. Ohne klare Absprache kommt es schnell zu Konflikten („Du hast mir meine Kunden weggeschnappt“). Am besten klärst du alles vor der Hochzeit schriftlich, so wie du es mit deinen Kunden in deinen Verträgen tun würdest.

Zum Mitnehmen: Ob Second Shooter oder Assistent, leg vorab die Bezahlung fest, die Zahl der erwarteten Fotos und an wen sie geliefert werden.

6. Muss man verheiratet sein, um Hochzeiten zu fotografieren?

Eloa stellt die Frage nach einem Gespräch mit Benjamin Brette, Hochzeits- und Getränkefotograf, der sich gefragt hatte, ob seine Scheidung seine Beziehung zu Brautpaaren verändern würde. Sylvain, geschieden, spürt keinerlei Widerspruch. Er greift auf eine Unterscheidung aus dem Englischen zurück: marriage ist die Ehe, wedding ist der Hochzeitstag. Er fotografiert die wedding.

„Ich mache keine Fotos für die Ehe. Ich mache Fotos für die Menschen.“

Damien Dohmen

Damien, seit 2011 in einer Beziehung, aber nicht verheiratet, sieht es genauso: Hochzeit, Geburtstag oder sogar Beerdigung, er begegnet den Menschen immer auf dieselbe Weise. Was er sucht, sind Emotionen und die Interaktionen zwischen Menschen. Darin findet er übrigens wieder, was er an der Personalarbeit mochte, den menschlichen Kontakt, „ohne die Konflikte und ohne das Arbeitsgericht“.

Zum Mitnehmen: Entscheidend ist nicht deine persönliche Situation, sondern deine Fähigkeit, Emotionen und Verbindungen zwischen Menschen einzufangen, egal bei welchem Anlass.

7. Was ist eine Familienreportage?

Zum Zeitpunkt der Folge haben sich Gardères & Dohmen gerade dem Kollektiv Joyeux Bazar angeschlossen, einem französischen Zusammenschluss von Familienreportage-Fotografen. Das Prinzip: Der Fotograf kommt zur Familie nach Hause und wird zum Zuschauer des Alltags. Kein inszenierter Lifestyle, keine Posen.

Fotografieren, wovon es nie Fotos gibt

Sylvain erzählt von einer Reportage, die um 5 Uhr morgens begann: Die Familie hatte ihm die Tür offen gelassen, er wartete auf dem Sofa auf das letzte Fläschchen der Nacht und begleitete dann das Aufwachen des Hauses bis zu dem Moment, in dem die älteren Kinder zur Schule gingen. Seine Erkenntnis beim Durchblättern seiner eigenen Alben: Es gibt keine Fotos vom Alltag, von einem Essen, einem Nachmittagssnack, der Rückkehr von der Schule. Dabei sind es genau diese Bilder, die mit der Zeit am meisten an Wert gewinnen.

„Nicht vorteilhaft auszusehen, ist in den ersten zwei Jahren nach der Reportage unangenehm. Aber danach bekommt das einen enormen Wert.“

Damien Dohmen

Die Tapete, die Einrichtung des Wohnzimmers, die überladene Mehrfachsteckdose, die alle wegretuschieren wollen: In zwanzig Jahren werden diese Details von einer Epoche erzählen. Eloa, die selbst als Mutter einen Fotografen zu sich nach Hause geholt hat, bestätigt das: Das Bild ihres Kindes, das den Krug umkippt, hätte sie selbst nie gemacht.

Kunden an die Reportage heranführen

Die Familienreportage ist noch wenig bekannt: Viele Kunden stellen sich immer noch schick angezogene Kinder und ein Dutzend gestellte Studiofotos vor. Für den Übergang bieten sie kurze Sessions (ein bis zwei Stunden) zu einem bestimmten Moment an, etwa Baden und Essen: Am Anfang gibt man vielleicht ein paar Impulse, dann übernimmt der Moment und man lenkt gar nichts mehr. Eine vollständige Reportage dauert etwa einen halben Tag. Sie geben übrigens zu, „sehr schlecht“ darin zu sein, Menschen Anweisungen zu geben, vielleicht weil sie selbst nicht gern Anweisungen bekommen.

Zum Mitnehmen: Eine Familienreportage verkaufst du, indem du Bilder aus dem Alltag zeigst. Kurze Sessions rund um ein Ritual (Baden, Essen) sind ein guter Einstieg.

8. Sollte man Brautpaaren Alben und Abzüge verkaufen?

Gardères & Dohmen nehmen Alben nicht in ihre Pakete auf: Sie bieten sie als Option an. Sie liefern die hochaufgelösten Dateien und sind ehrlich zu ihren Kunden: Ihre Alben sind hochwertig und damit teuer; wenn das Budget nicht reicht, kann das Brautpaar sie auch selbst gestalten. Für sie zählt vor allem, dass die Fotos auf Papier landen. Bei Hochzeiten bestellt etwa die Hälfte der Paare ihr Album bei ihnen.

Den Unterschied erklären sie trotzdem: Ein professionelles Album bedeutet Sorgfalt bei Farbmanagement, Layout und Haltbarkeit. Aber nachdem sie 3.000 bis 4.000 Euro in ein Komplettpaket investiert haben, haben nicht alle Brautpaare noch 1.000 bis 1.500 Euro für ein Album übrig. Und manchmal erleben sie schöne Überraschungen: ehemalige Brautpaare, bei denen ihre Fotos gerahmt überall in der Wohnung hängen.

„Für uns ist das Wichtigste, dass die Geschichte festgehalten wurde. Egal, wie sie gedruckt wird, wichtig ist, dass sie da ist.“

Damien Dohmen

In Kontakt bleiben statt nachzuhaken

Eloa schlägt vor, Brautpaare zum ersten Hochzeitstag noch einmal anzuschreiben. Damien mag das nicht: Er bekommt selbst nicht gern Erinnerungsmails, also will er auch keine verschicken. Sie bleiben lieber mit ihren ehemaligen Kunden in Kontakt, zum Beispiel über eine Gruppe nur für ihre Brautpaare, in der sie unter anderem die Aktionen ihres Albumherstellers teilen. Ein seltener und nützlicher Newsletter kann dieselbe Rolle spielen, ohne aufdringlich zu wirken. Denn ehemalige Brautpaare sind auch die künftigen Familienkunden: Sobald sie eine Familie gegründet haben, gibt es für sie keinen Grund, woanders hinzugehen, vorausgesetzt, sie wissen, dass es Familienreportagen gibt.

Zum Mitnehmen: Biete deine Produkte an, ohne sie aufzudrängen, und bleib im Leben deiner ehemaligen Brautpaare präsent. Die nächste Reportage kommt oft von ihnen.

Folge aufgenommen Anfang 2021, während der Coronakrise. Die Hochzeiten von 2020 waren fast alle verschoben worden; Sylvain und Damien betonten damals, wie wichtig die staatlichen Hilfen und die Arbeit des französischen Berufsverbands der Fotografen (FFPMI) für die Branche waren. Die in der Folge erwähnten Workshops und Projekte beziehen sich auf diese Zeit.

Fehler, die du als Hochzeitsfotograf im Duo vermeiden solltest

Aus der Erfahrung von Gardères & Dohmen:

✗ Den Solo-Preis einfach verdoppeln, statt ihn anhand des Wunscheinkommens und des lokalen Markts zu berechnen.

✗ Mit unterschiedlicher Ausrüstung und Bearbeitung arbeiten und so zwei Reportagen liefern, die nicht zusammenpassen.

✗ Zu viele Hochzeiten annehmen: Bei mehr als 15 pro Jahr oder wenn sie direkt aufeinander folgen, leidet die Kundenbeziehung.

✗ Nicht miteinander reden: Wie ein Paar hält ein Duo nur durch Kommunikation zusammen.

✗ Ohne klare Absprache als Second Shooter mitfahren, was Bezahlung und Übergabe der Fotos angeht.

✗ Die hochaufgelösten Dateien an den Kauf eines Albums koppeln: Besser, die Fotos werden gedruckt, auch woanders.

✗ Den Kontakt zu ehemaligen Brautpaaren verlieren, die deine künftigen Familienkunden sind.

FAQ: zwei Hochzeitsfotografen

Lohnen sich zwei Fotografen für die Hochzeit?

Zwei Fotografen begleiten die Vorbereitungen von Braut und Bräutigam gleichzeitig und bieten danach zwei Perspektiven auf jeden wichtigen Moment. Sie haben außerdem mehr Zeit, dem Brautpaar zu helfen, und einer kann die Reportage übernehmen, wenn beim anderen etwas dazwischenkommt. Für Gardères & Dohmen bedeutet das vor allem einen Tag ohne tote Winkel.

Was kosten zwei Hochzeitsfotografen?

Einen Einheitspreis gibt es nicht, aber ein Duo verlangt nicht das Doppelte eines einzelnen Fotografen. Anfang 2021 begannen Gardères & Dohmen bei 2.500 Euro für eine Begleitung von den Vorbereitungen bis zum Sektempfang mit Online-Galerie, ein Preis, der sich aus dem benötigten Einkommen jedes Einzelnen und ihrem Markt im Béarn ergab.

Wie teilen zwei Fotografen das Honorar einer Hochzeit auf?

Bei Gardères & Dohmen ist jeder als Kleinunternehmer selbstständig: Der eine kassiert eine Hochzeit, der andere die nächste. Sie führen eine Tabelle, um am Jahresende denselben Umsatz zu erreichen, und teilen neue Kunden demjenigen zu, der im Rückstand ist. Andere Duos bevorzugen eine gemeinsame Firma: Lass dich von einem Steuerberater beraten.

Was ist der Unterschied zwischen Second Shooter und Fotoassistent?

Der Second Shooter kommt oft aus eigener Initiative, um zu lernen oder zu üben, und wird nicht immer bezahlt. Der Assistent wird vom Hauptfotografen angefragt und grundsätzlich bezahlt. In beiden Fällen solltest du vorab festlegen, an wen die Fotos gehen: direkt an das Brautpaar oder an den Hauptfotografen.

Wie viele Hochzeiten kann ein Fotograf pro Jahr machen?

Das hängt von jedem selbst ab, aber Gardères & Dohmen streben zu zweit 12 bis 15 Hochzeiten pro Jahr an. In einer Saison waren es 19 oder 20, und das war ihnen zu viel: Darüber hinaus leidet die Kundenbeziehung, und Wochenende für Wochenende Hochzeiten aneinanderzureihen, wird erschöpfend.

Wie reduziere ich als Hochzeitsfotograf den Stress?

Zu zweit zu arbeiten, ist eine der wirksamsten Lösungen: Der zweite Fotograf ist am Hochzeitstag ein Sicherheitsnetz und teilt die Verwaltungsarbeit. Sylvain Gardères, der von 2008 bis 2013 allein gearbeitet hat, erzählt, dass er sich vor jeder Hochzeit allein gefürchtet hat, während er heute jeden Samstag mit Freude losfährt.

Was ist eine Familienreportage?

Bei einer Familienreportage kommt der Fotograf zur Familie nach Hause und dokumentiert ihren Alltag, ohne ihn zu inszenieren: Essen, Baden, Aufwachen, Rückkehr von der Schule. Das Ergebnis ist eine Serie natürlicher Bilder, die mit den Jahren stark an Wert gewinnen. Eine vollständige Reportage dauert oft einen halben Tag; es gibt auch kurze Formate rund um ein Ritual.

Die Arbeit von Gardères & Dohmen entdecken

Hochzeitsreportagen, Familienshootings und Fotos für Unternehmen, in Pau, in der Vallée d'Ossau und überall in Frankreich und Europa: Die Arbeit von Sylvain Gardères und Damien Dohmen findest du auf ihrer Website, garderes-dohmen.com.

Dieser Artikel basiert auf Folge #021 des Fotostudio-Podcasts (auf Französisch), moderiert von Eloa Landais und aufgenommen Anfang 2021. Die Zitate von Sylvain Gardères und Damien Dohmen wurden aus dem Französischen übersetzt. Ihre Tipps sind nach wie vor aktuell.

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