Ambre Peyrotty hat die großen Hochzeiten hinter sich gelassen und sich auf Elopements spezialisiert: intime Hochzeiten zu zweit oder im ganz kleinen Kreis, oft auf einem Berggipfel. Sie erzählt, wer diese Paare sind, wie Amerikaner über Google eine französische Fotografin finden und warum sie den Workshop The Roots gegründet hat.

Kurz zusammengefasst:

Für Ambre Peyrotty, Elopement-Fotografin, ist die intime Hochzeit ein eigener Markt:

• Vor allem amerikanische Kunden: In Frankreich und Belgien ist das Elopement wenig bekannt; die Paare kommen aus den USA, um in Europa zu heiraten

• Oft introvertierte Paare: Vor 100 Gästen im Mittelpunkt zu stehen, macht ihnen Angst; zu zweit an einem See zu heiraten, viel weniger

• Ein Pauschalpreis: Anreise, Location-Suche, Reisetipps und Dienstleister-Empfehlungen sind in einem einzigen Preis enthalten, egal ob die Hochzeit in Paris oder in den Pyrenäen stattfindet

• Suchmaschinenoptimierung zuerst: ein Blogartikel pro Woche, automatisiertes Pinterest und Keywords, die von dem ausgehen, was Paare suchen

• The Roots: ein kleiner, französischsprachiger Workshop, 2017 gegründet, der Fotografen hilft, ihre Bestimmung zu finden und tragfähige Preise festzulegen

Ein Paar, eine Landschaft, bestenfalls ein paar Vertraute: Das Elopement ist eine intime Hochzeit, das Gegenteil der Feier mit 125 Gästen auf einem Schloss. In den USA weit verbreitet, ist es in Frankreich selten. Ambre Peyrotty, seit 2013 Fotografin, hat es dennoch zu ihrer Spezialität gemacht, so sehr, dass sie in ihrer eigenen Region keine einzige Hochzeit mehr fotografiert.

Im Gespräch mit Anthony Heukmes, dem Gründer von Fotostudio, erzählt sie, wie ihre Vergangenheit als Reiseverkehrskauffrau ihr Angebot prägt, warum so viele ihrer Paare introvertiert sind, wie sie über Suchmaschinenoptimierung Kunden aus dem Ausland gewinnt und was sie dazu gebracht hat, The Roots ins Leben zu rufen, einen Workshop für Fotografen. Eine hilfreiche Folge für jeden Hochzeitsfotografen, der davon träumt, sich zu spezialisieren oder mit Paaren aus dem Ausland zu arbeiten.

Wer ist Ambre Peyrotty?

Ambre Peyrotty ist eine französische Elopement-Fotografin, selbstständig seit 2013. Zum Zeitpunkt der Aufnahme, Anfang 2021, lebt sie in der Dordogne und fotografiert vor allem Paare aus dem Ausland, in Frankreich und anderswo in Europa. Ihr Werdegang erklärt einen großen Teil ihres Angebots:

  • Zwei Ausbildungen vor der Fotografie: zwei BTS, französische zweijährige Fachabschlüsse, einer in Grafikdesign, einer in Tourismus. Der zweite führte sie zu ihrem ersten Beruf als Reiseverkehrskauffrau, und das Reisen bleibt, sagt sie, eine „viel größere“ Leidenschaft als die Fotografie.
  • Drei Jahre in Kanada, die sie zweisprachig in Englisch gemacht haben.
  • Ein Bachelor in Fotografie, mit 27 Jahren abgeschlossen, danach 2013 der Start als „klassische“ Hochzeitsfotografin.
  • Die Wende zum Elopement, aus Rücksicht auf ihr eigenes Wohlbefinden, und 2017 die Gründung von The Roots, einem französischsprachigen Workshop für Fotografen.

Laut ihrer heutigen Website, zephyr-et-luna.com, leitet Ambre Zephyr & Luna, ein Unternehmen, das mehrtägige Elopements auf der ganzen Welt konzipiert und fotografiert (Schottland, Island, Schweiz, Neuseeland, Japan, Patagonien…). Sie plant dort jede Reiseroute selbst, fotografiert jedes Jahr eine kleine Zahl von Elopements persönlich und arbeitet mit Partnerfotografinnen zusammen. Ihr Ansatz setzt auf Erlebnisse ohne Druck, gedacht für zurückhaltende Paare, und auf Respekt vor der Natur.

1. Was ist ein Elopement?

Ein Elopement (vom englischen to elope, „durchbrennen“) ist eine intime Hochzeit: Das Paar gibt sich das Jawort allein oder mit wenigen Vertrauten, oft an einem spektakulären Ort in der Natur, statt eine große Feier auszurichten. Ambre fasst es einfach zusammen: Es sind „kleine, intime Hochzeiten“.

Ein Konzept, das in Frankreich und Belgien noch wenig bekannt ist

Anthony fragt sie, ob Elopements in Frankreich oder Belgien einen nennenswerten Anteil der Hochzeiten ausmachen. Ambre hat keine Zahlen, aber eine Beobachtung: Beide Länder sind beim Thema Hochzeit sehr traditionell. Selbst Paare, die auf die Kirche verzichten, wählen meist eine freie Trauung, die die üblichen Codes übernimmt. Die Folge: Der Großteil ihrer Kunden kommt aus den USA, wo das Elopement ein etablierter Markt ist. Selbst in England ist es wenig verbreitet.

Traumziele

Was sich manche Franzosen für sich selbst vorstellen („am Strand heiraten, auf einer Insel“), stellen sich Amerikaner in Europa vor. Frankreich und Italien locken mit ihren Schlössern, ihrem Wein und ihrer Küche. Abenteuerlustigere Paare schauen in die Schweiz, nach Norwegen oder Schottland, ideal für ein Adventure Elopement in den Bergen. Ambres Lieblingsziel? Schottland, „mit großem Abstand“, wo sie zwei einmonatige Roadtrips allein unternommen hat: Der Nebel, der die Gipfel der Highlands streift, schafft für sie eine einzigartige Stimmung.

„Ich liebe es wirklich, mit einem Paar auf einem Berggipfel zu stehen. Das ist für mich das Größte.“

Ambre Peyrotty

Die Folge für ihren Beruf: Ambre fotografiert fast keine Hochzeiten in ihrer Region. Ihr Auto wird zu einem „zweiten Zuhause“. Mit einer dreijährigen Tochter, die sie lange gestillt hat, reiste sie anfangs mit dem Papa, der während der Shootings auf die Kleine aufpasste; mehrtägige Reisen werden einfacher, je größer das Kind wird.

Zum Mitnehmen: Das Elopement ist keine „Hochzeit zweiter Klasse“, sondern ein Reiseerlebnis rund um das Jawort. Für den Fotografen bedeutet das viele Kilometer und oft internationale Kunden.

2. Warum zieht das Elopement introvertierte Paare an?

Das ist die eindrücklichste Beobachtung der Folge. Im Austausch mit ihren Paaren hat Ambre über die Jahre festgestellt, dass ein großer Teil derjenigen, die sich für ein Elopement entscheiden, introvertierte Menschen sind. Sie erinnert daran, dass etwa die Hälfte der Bevölkerung introvertiert ist und dass der Unterschied darin liegt, wie man „seine Batterien auflädt“: allein bei Introvertierten, mit anderen bei Extravertierten.

Für diese Paare ist es eine Quelle von Angst, vor 100 Menschen zu heiraten, oder auch vor 50. Sie wollen nicht einen ganzen Tag lang im Mittelpunkt stehen und auch nicht die Farbe der Servietten und die Dekoration eines Saals aussuchen. Ambre hat viele Paare unter diesem Stress bei traditionellen Hochzeiten leiden sehen: Familiendramen, Spannungen mit den Angehörigen und ein Tag, der zu „einer Show“ wird, bei der das Paar nicht mehr wirklich im Mittelpunkt steht.

„Wenn man sagt: Ich möchte mir auf einem Berggipfel in Schottland das Jawort geben und danach mit einer Band in einer kleinen Scheune tanzen, wird man angeschaut, als wäre man verrückt. Dabei ist das in Wirklichkeit der absolute Traum.“

Ambre Peyrotty

Auch für die Fotografin eine Entscheidung fürs Wohlbefinden

Ambre hat nicht als Elopement-Fotografin angefangen. Zuerst hat sie traditionelle Hochzeiten fotografiert, mit Kunden, die sie geliebt hat und mit denen sie noch heute in Kontakt ist. Doch die Vorstellung sehr großer Events machte ihr zunehmend Angst. Sich dem Elopement zuzuwenden, war, sagt sie, eine Entscheidung für Self-Care. Ein paar klassische Hochzeiten pro Jahr behält sie, der Abwechslung wegen.

Psychologie im Marketing ansprechen

Anthony betont, wie durchdacht dieser Ansatz ist: Statt nur über Orte und Leistungen zu sprechen, schreibt Ambre Artikel über Introversion, um Paare in ihrer Entscheidung zu bestärken. Das ist das Grundprinzip des Marketings: seine Zielgruppe gut kennen, um Inhalte zu schaffen, die sie wirklich ansprechen. Sie stellt klar, dass sie niemanden verurteilt: Extravertierte lieben große Hochzeiten, und das ist völlig in Ordnung. Heikel wird es bei Paaren, bei denen einer introvertiert ist und der andere nicht; dann braucht es einen Kompromiss oder zwei getrennte Events.

Zum Mitnehmen: Zu verstehen, warum deine Kunden dich wählen (hier das Bedürfnis nach Intimität), ist wirkungsvoller, als deine Orte und Pakete aufzuzählen. Genau das ermöglicht Inhalte, die beruhigen und überzeugen.

3. Elopement: Welches Budget, und wie heiratet man rechtsgültig?

Anthony hatte erwartet, dass das Budget ein Hauptmotiv sei: keine 15.000 bis 30.000 Euro für eine Feier ausgeben. Ambre erlebt das selten. Paare, die sich für ein Elopement entscheiden, investieren viel in ihre Reise, die selbst zum Erlebnis wird. Auf Mauritius am Strand zu heiraten, ist auch teuer; der Unterschied liegt darin, wie man das Geld ausgibt.

„Psychologisch haben Menschen, die sich für ein Elopement entscheiden, viel weniger Probleme damit, Geld für ein Erlebnis auszugeben, an das sie sich ihr ganzes Leben lang erinnern werden.“

Ambre Peyrotty

Statt 5.000 oder 10.000 Euro für einen Caterer wählen sie lieber ein gehobenes Hotel mit traumhafter Aussicht und die Erinnerung, gemeinsam auf einen Berggipfel gestiegen zu sein.

Standesamt, symbolische Zeremonie, dann das Fest

Im Ausland rechtsgültig zu heiraten, bleibt kompliziert (auf Hawaii geht es zum Beispiel, aber „es ist mühsam“). Für französische Paare ist die häufigste Lösung, zuerst standesamtlich zu heiraten und dann beim Elopement eine symbolische Zeremonie zu erleben, die psychologisch zum „echten“ Hochzeitsdatum wird. Sechs Monate oder ein Jahr später organisiert das Paar ein Fest mit seinen Liebsten und zeigt ihnen die gedruckten Fotos. Oft finden so auch Paare, die sich untereinander nicht einig sind, einen gemeinsamen Nenner.

Zum Mitnehmen: Das Elopement ist nicht in erster Linie eine Sparlösung, sondern eine Abwägung: weniger Gäste und weniger Feier, mehr Reise und mehr Erlebnis. Das große Fest kann später kommen.

4. Wie legt ein Elopement Fotograf seine Preise fest?

Ambres Erfahrung als Reiseverkehrskauffrau steht im Mittelpunkt ihrer Leistung. Wenn ein Paar in Frankreich heiraten möchte, fragt sie nicht einfach, wo es sein Elopement feiern will. Sie schlägt ein Hotel vor, einen Gipfel, die nötige Gehzeit und die Startzeit, abgestimmt auf den Sonnenuntergang und den Berg, hinter dem die Sonne verschwindet. „Das ist enorm viel Recherche.“

Ein einziger Preis, alles inklusive

Diese Arbeit ist nicht kostenlos, wird aber nicht separat berechnet. Ambre arbeitet mit einem Pauschalpreis: ein Preis für eine Hochzeit in Frankreich, egal ob in Paris oder mitten in den Pyrenäen. Reisekosten, Hilfe bei der Reiseplanung und Dienstleister-Empfehlungen (Make-up, Blumen, Traurednerin) sind inklusive. Konkret umfasst ihr Paket Stunden für Beratung und Organisation, zusätzlich zum Shooting und zur Bildbearbeitung. Bei einem so umfassenden Paket sollte alles, was enthalten ist (und was nicht), schwarz auf weiß in deinen Verträgen stehen.

„Konkret ist es nicht kostenlos, aber es wird nicht extra aufgeschlagen. Das ist wie bei den Reisekosten: Ich nehme sie in einen Pauschalpreis auf.“

Ambre Peyrotty

Auch ihre Rechtsform hat sich verändert: 2013 hat sie, wie viele, als Kleinunternehmerin (auto-entrepreneur) angefangen und die Struktur gewechselt, als die Organisation von The Roots zu viele absetzbare Kosten verursachte.

Zum Mitnehmen: Ein Pauschalpreis gibt ausländischen Kunden Sicherheit, weil sie sofort wissen, wie viel sie zahlen. Deine Aufgabe ist es, Organisationszeit und Anreise einzurechnen, statt sie unbemerkt zu verschenken.

5. Wie gewinnt man mit SEO Kunden aus dem Ausland?

Wie finden Amerikaner „eine kleine Französin“, wie Anthony es formuliert? Ambres Antwort: eine enorme Arbeit an der Google-Suchmaschinenoptimierung, seit Jahren. Zum Zeitpunkt der Folge steht sie nach eigener Aussage auf Platz eins oder zwei für „elopement in France“, wenn man aus den USA sucht.

Von dem ausgehen, was Paare suchen

Ambre setzt nicht nur auf berufsbezogene Keywords. Sie zielt auf das, was Paare im Vorfeld suchen: bestimmte Regionen in Verbindung mit Elopement, praktische Informationen und Themen wie Introversion. Paris, wo die meisten Elopements in Frankreich stattfinden, stellt sie bewusst wenig in den Vordergrund, um die „unglaublich vielfältige“ Natur Frankreichs zur Geltung zu bringen, die ausländische Paare allzu oft übersehen. Bevor sie sich spezialisierte, schrieb sie auch ausführliche Artikel über Hochzeitslocations, eine wirksame Methode bei traditionellen Hochzeiten, aber sehr zeitaufwendig.

Regelmäßigkeit: ein Artikel pro Woche

  • Mindestens ein Blogartikel pro Woche: „Google hasst es, wenn man Pausen macht.“
  • Zwei getrennte Websites: Zephyr & Luna für Elopements und Zephyr & Luna Kids, 100 % lokal und auf Familien ausgerichtet.
  • Eine amerikanische Texterin für die englischen Artikel, Spezialistin für Elopements, gefunden über eine Empfehlung in einer Fotografen-Community. Zweisprachig oder nicht: Ambre bevorzugt einen Text von einer englischen Muttersprachlerin.
  • Automatisiertes Pinterest mit Tailwind, das jeden Blogartikel mit drei oder vier Pins pro Tag erneut veröffentlicht.

Diese Strategie setzt eine Website voraus, die auf Suchmaschinen ausgelegt ist, mit einem Blog, der sich leicht pflegen lässt. Wenn du bei null anfängst, sieh dir an, wie du eine Fotografen-Website erstellen kannst, die auch als Basis für deine Inhalte dient.

Zum Mitnehmen: In einer internationalen Nische ist der Blog der wichtigste Akquisekanal. Regelmäßigkeit, Themen, die von den Fragen der Kunden ausgehen, und Inhalte in ihrer Sprache machen den Unterschied.

6. Warum ist Zweisprachigkeit ein entscheidender Vorteil?

In Frankreich sieht sich Ambre noch als Ausnahme: Einige Fotografen bieten Elopements an, aber nur wenige haben sich darauf spezialisiert. In den USA dagegen machen mehrere Tausend Fotografen ausschließlich Elopements, sogar Adventure Elopements. Ihre Stärke beruht auf drei Dingen: ihrer Erfahrung in der Reiseorganisation, der Gewohnheit, allein zu reisen, und einem wirklich fließenden Englisch.

Wenn ein Paar Tausende Euro in eine Leistung investiert, muss man jedes Detail seiner Wünsche verstehen. Viele ausländische Paare, die in Frankreich heiraten (in Paris, in der Dordogne, in der Provence, in den Alpen), tun sich schwer, einen Fotografen zu finden, der gut Englisch spricht. Und „gut“, betont Ambre, heißt nicht Schulenglisch. Anthony ergänzt, dass diese Logik für alle Sprachen gilt: Ein Fotograf, der fließend Italienisch spricht, könnte Inhalte für Italiener erstellen, die in Frankreich heiraten möchten. Diesen Weg ist auch Thibault Chappe gegangen, Hochzeitsfotograf mit internationaler Kundschaft.

Zum Mitnehmen: Wenn du eine zweite Sprache wirklich beherrschst, stell sie heraus. Für ausländische Paare, die vor dem großen Tag viel mit ihrem Fotografen kommunizieren, ist das ein wichtiges Auswahlkriterium. Um dich bei Paaren zu positionieren, die einen Hochzeitsfotografen suchen, ist das ein echter Vorteil.

7. Newsletter und Gratis-Guide: sinnvoll für Hochzeitsfotografen?

Anthony spricht die Freebies an: einen kostenlosen PDF-Guide (zum Beispiel „Der Guide für dein Elopement in Frankreich“), den man gegen eine E-Mail-Adresse herunterladen kann, um sich ein Publikum aufzubauen. Ambre ist geteilter Meinung.

  • Für Elopements sieht sie wenig Nutzen: Paare heiraten in der Regel nur einmal, und Mundpropaganda funktioniert in einer so kleinen Nische schlecht.
  • Für Familienfotografie vor Ort dagegen baut sie es gerade auf: ein Publikum, dem sie Newsletter schicken kann, um die Erste zu sein, an die man denkt, wenn man Familienfotos möchte.

Anthony relativiert: Auch bei Hochzeiten lässt ein Newsletter, zweimal im Jahr verschickt, mit ein paar Bildern der letzten Hochzeiten, ehemalige Kunden träumen und hält dich in ihren Köpfen. Ein Paar, das vor sechs Jahren geheiratet und den Namen seines Fotografen vergessen hat, wird ihn nicht mehr empfehlen; ein Paar, das noch von ihm hört, schon. Ambre bestätigt das für traditionelle Hochzeiten, bei denen sie viele Empfehlungen bekam.

Zum Mitnehmen: Der Newsletter spielt je nach Tätigkeit eine andere Rolle. In der Familienfotografie bringt er Buchungen; bei Hochzeiten hält er die Mundpropaganda am Leben.

8. The Roots: Warum einen Workshop für Fotografen gründen?

Ambre trug die Idee seit Jahren mit sich. Sie hatte zwei Jahre hintereinander an Snap teilgenommen, einem Workshop in Wales, den es heute nicht mehr gibt: rund hundert Fotografen auf einem Campingplatz, Vorträge in einem Tipi. Eine großartige Erfahrung, auch wenn hundert Menschen für eine Introvertierte viel waren. Es fehlte das Gegenstück auf Französisch. Ab 2016 reift das Projekt, und festsitzend in einer Jugendherberge in einem kleinen irischen Dorf, mit kaputtem Van, stellt sie die Website online. Die erste Ausgabe findet 2017 statt.

Eine Community im kleinen Rahmen

Das Format: höchstens 25 Teilnehmende, vier oder fünf Tage zusammen und Referenten, die die ganze Zeit vor Ort bleiben, bei den Mahlzeiten wie an den Abenden. Für Ambre sind diese informellen Momente „der Nerv“ des Workshops: Dort findet der echte Austausch statt. Nach dem Event bleiben die Teilnehmenden in privaten Gruppen in Kontakt, in denen es ebenso um die Eröffnung eines Studios geht wie um Kunden, die ihr Datum verschieben wollen. The Roots ist ein anerkanntes Weiterbildungszentrum, das Ambre ehrenamtlich organisiert.

„In der Fotografie gibt es keine Konkurrenz. Wir haben alle eine andere Bestimmung und eine andere Arbeitsweise.“

Ambre Peyrotty

Die eigenen Wurzeln finden, und tragfähige Preise

Der Name ist kein Zufall: The Roots will jedem Fotografen helfen, seine Wurzeln zu finden, also das, was ihn wirklich inspiriert (Natur und Wälder bei Ambre, das Feiern bei anderen), um zu wissen, welcher Fotograf er sein will. Ein zweites Ziel liegt ihr am Herzen: Einsteigern zu helfen, angemessene Preise festzulegen. Ambre hatte 2015 einen Burn-out und gibt zu, dass ihre ersten Preise „bescheuert“ waren. 1.000 Euro für eine Hochzeit zu verlangen, ist für sie ein Unding, das viele Fotografen dazu verurteilt, mangels Rentabilität aufzuhören. Um diese Falle zu vermeiden, geh von deinen Kosten und dem Einkommen aus, das du brauchst, zum Beispiel mit dem Preisrechner für Fotografen.

Zum Mitnehmen: Sich unter Fotografen weiterzubilden, heißt ebenso, eine Technik zu lernen, wie die eigene Besonderheit zu finden und Preise zu wagen, mit denen man auf Dauer bestehen kann.

Folge aufgenommen Anfang 2021, während der Coronakrise. Die Ausgaben von The Roots, die Referenten und die erwähnten Projekte beziehen sich auf diese Zeit. Ambre arbeitet heute unter dem Namen Zephyr & Luna.

Fehler, die du beim Einstieg ins Elopement vermeiden solltest

Aus der Erfahrung von Ambre Peyrotty:

✗ Nur auf den heimischen Markt setzen: In Frankreich bleibt das Elopement eine Nische, die Nachfrage kommt vor allem aus dem Ausland.

✗ Organisationszeit verschenken, ohne sie zu zählen: Location-Suche, Beratung und Dienstleister-Empfehlungen gehören in den Pauschalpreis.

✗ Nur über Orte kommunizieren, statt auf die echten Sorgen der Paare einzugehen, etwa die Angst, im Mittelpunkt zu stehen.

✗ Unregelmäßig veröffentlichen: SEO verlangt Regelmäßigkeit, mindestens einen Artikel pro Woche.

✗ Die Sprachbarriere unterschätzen: Holpriges Englisch reicht nicht bei Kunden, die Tausende Euro investieren.

✗ Zum Einstieg die Preise drücken: Eine Hochzeit für 1.000 Euro ist nicht rentabel und führt zur Erschöpfung.

✗ Die Entscheidungen der Paare bewerten: Große Hochzeit oder Elopement, jeder soll finden können, was zu ihm passt.

FAQ: Elopement und intime Hochzeit

Was ist ein Elopement?

Ein Elopement ist eine intime Hochzeit: Das Paar gibt sich das Jawort allein oder mit wenigen Vertrauten, oft an einem Ort in der Natur (Berge, See, Strand), statt eine große Feier auszurichten. In den USA ist das Konzept weit verbreitet, in Frankreich und Belgien noch wenig bekannt.

Ist ein Elopement eine rechtsgültige Hochzeit?

Im Ausland rechtsgültig zu heiraten, ist oft kompliziert. In vielen Ländern, darunter Frankreich, heiraten Paare deshalb zuerst standesamtlich und erleben beim Elopement eine symbolische Zeremonie. Viele feiern danach, sechs Monate oder ein Jahr später, ein Fest mit ihren Liebsten.

Was kostet ein Elopement?

Einen Standardpreis gibt es nicht. Ein Elopement spart die Kosten einer großen Feier, aber Paare investieren oft viel in Reise, Unterkunft und Erlebnis. Laut Ambre Peyrotty ist es nicht in erster Linie eine Sparentscheidung, sondern eine andere Art, das Hochzeitsbudget auszugeben.

Wo kann man in Europa ein Elopement feiern?

Frankreich und Italien locken mit Schlössern, Weinbergen und guter Küche. Für ein Adventure Elopement sind die Schweiz, Norwegen und Schottland sehr gefragt. Ambre Peyrottys Lieblingsziel ist Schottland, besonders die Highlands.

Warum ein Elopement statt einer klassischen Hochzeit?

Viele Paare, die sich für ein Elopement entscheiden, sind introvertiert: Vor Dutzenden Gästen im Mittelpunkt zu stehen, macht ihnen Angst. Das Elopement schenkt ihnen einen intimen Moment, ohne aufwendige Organisation und ohne Familienstreit, und macht ihre Hochzeit zu einer unvergesslichen Reise.

Wie werde ich Elopement Fotograf?

Ambre Peyrotty rät, auf Suchmaschinenoptimierung zu setzen (ein Blogartikel pro Woche, Inhalte auf Englisch), Englisch wirklich zu beherrschen und eine Rundum-Begleitung anzubieten: Location-Suche, Reisetipps, Dienstleister-Empfehlungen. Sie selbst war zuerst klassische Hochzeitsfotografin, bevor sie sich spezialisierte.

Was kostet ein Elopement Fotograf?

Ambre Peyrotty arbeitet mit einem Pauschalpreis: ein einziger Preis pro Land, der Anreise, Hilfe bei der Reiseplanung und Dienstleister-Empfehlungen umfasst. Sie warnt vor zu niedrigen Preisen: Eine Hochzeit für 1.000 Euro ist für einen professionellen Fotografen nicht rentabel.

Entdecke die Arbeit von Ambre Peyrotty

Mehrtägige Elopements, konzipiert und fotografiert in den schönsten Landschaften der Welt, von Schottland bis Neuseeland: Die Arbeit von Ambre und ihrem Team findest du auf ihrer Website, zephyr-et-luna.com.

Dieser Artikel basiert auf Folge #024 des Fotostudio-Podcasts (auf Französisch), moderiert von Anthony Heukmes und aufgenommen Anfang 2021. Die Zitate von Ambre Peyrotty wurden aus dem Französischen übersetzt. Ihre Tipps sind nach wie vor aktuell.

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